Was bedeuten 548 Kauffälle und 203,2 Millionen Euro Umsatz für meine Immobilie?
Die Zahlen zeigen zunächst, dass der Dinslakener Markt 2025 wieder deutlich aktiver war. Die Zahl geeigneter Kauffälle stieg gegenüber 2024 um rund 14,6 Prozent; der Geldumsatz erreichte 203,2 Millionen Euro. Das ist ein wichtiges Signal für Marktaktivität, aber keine Aussage darüber, dass jede Immobilie automatisch teurer verkauft werden kann. Hinter dem Gesamtmarkt stehen sehr unterschiedliche Häuser, Wohnungen, Grundstücke und Gewerbeobjekte.
Für die Preispositionierung wird deshalb zuerst der passende Teilmarkt herausgefiltert. Bei einem Einfamilienhaus sind Gebäudeart, konkrete Wohnlage, Grundstück, Baujahr und Modernisierung entscheidend. Bei einer Eigentumswohnung kommen Gemeinschaft, Hausgeld und Rücklagen hinzu. Die Gesamtzahl sagt: Es gibt Transaktionen. Den richtigen Angebotspreis bestimmt erst der Vergleich mit tatsächlich ähnlichen Immobilien.
Wie unterschiedlich sind Stadtmitte und Hiesfeld im amtlichen Marktbericht?
Der Gutachterausschuss weist für 2025 in seiner groben Marktgliederung 146 geeignete Kauffälle mit 60,6 Millionen Euro Umsatz für die Stadtmitte und 147 Kauffälle mit 49,2 Millionen Euro Umsatz für Hiesfeld aus. Schon diese fast identische Zahl an Verkäufen bei unterschiedlichem Umsatz zeigt, dass eine rein mengenmäßige Betrachtung nicht genügt. Die Zusammensetzung der verkauften Objekte unterscheidet sich.
Auch bei gebrauchten Ein- und Zweifamilienhäusern zeigt sich ein Unterschied: Für die Stadtmitte wurden 24 Weiterverkäufe mit einem rechnerischen Durchschnittskaufpreis von 445.800 Euro ausgewertet, für Hiesfeld 54 Weiterverkäufe mit durchschnittlich 370.400 Euro. Diese Mittelwerte dürfen nicht unmittelbar auf ein einzelnes Haus übertragen werden, weil Grundstück, Wohnfläche, Gebäudeart, Baujahr und Zustand innerhalb der Gruppen stark variieren.
Wie ist der Durchschnitt von 2.310 Euro je Quadratmeter bei Eigentumswohnungen zu verstehen?
Für 2025 weist der Marktbericht 151 Weiterverkäufe von Eigentumswohnungen mit 30,6 Millionen Euro Umsatz aus. Bei 127 Fällen mit bekannter Wohnfläche lag der Durchschnitt bei 2.310 Euro je Quadratmeter. Der Wert ist damit belastbarer als eine Zahl aus nur wenigen Verkäufen, bleibt aber ein Mittelwert aus Wohnungen verschiedener Baujahre, Größen und Zustände.
Die kleinteilige Auswertung zeigt die Spannbreite zusätzlich: Bei den Fällen mit bekannter Wohnfläche lag der Durchschnitt in der Stadtmitte bei 2.330 Euro/m² und in Hiesfeld bei 2.240 Euro/m². Für eine konkrete Wohnung müssen anschließend Baujahr, Geschoss, Balkon, Stellplatz, Modernisierung, Vermietung und vor allem die wirtschaftliche Situation der Eigentümergemeinschaft berücksichtigt werden.
Verändert das neue Wohnquartier auf der Trabrennbahn den Verkauf älterer Bestandsimmobilien?
Neue Wohnangebote verändern den Vergleich, weil Käufer Neubauqualität, Energieeffizienz und moderne Grundrisse stärker im Blick haben. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ältere Häuser im Umfeld an Attraktivität verlieren. Ein Bestandsobjekt kann mit größerem Grundstück, eingewachsenem Garten, Garage, sofortiger Verfügbarkeit oder einer bereits etablierten Nachbarschaft Vorteile bieten, die ein Neubau erst entwickeln muss.
Für den Angebotspreis ist der Gesamtaufwand entscheidend. Wenn ein älteres Haus umfangreiche Sanierungen benötigt, wird ein Käufer Kaufpreis und Investition mit einem neueren Angebot vergleichen. Sind technische Gewerke bereits modernisiert und die Unterlagen vollständig, kann gerade die sofort nutzbare Substanz ein starkes Argument sein. Die Quartiersentwicklung sollte deshalb sachlich eingeordnet und nicht als pauschaler Preishebel verwendet werden.
Was sollte bei älteren Häusern in Hiesfeld, Lohberg oder Eppinghoven vor dem Verkauf geprüft werden?
Bei älteren Beständen sollte vor Veröffentlichung geklärt werden, ob vorhandene Grundrisse, Wohnflächen und spätere Veränderungen zur Bauakte passen. Besonders Anbauten, ausgebaute Dachgeschosse, Wintergärten oder Nebenräume können auf den ersten Blick selbstverständlich wirken, sind aber nicht automatisch genehmigte Wohnfläche. Ebenso wichtig sind nachvollziehbare Angaben zu Dach, Fenstern, Heizung, Leitungen und energetischen Maßnahmen.
Je früher diese Punkte geklärt werden, desto stabiler wird die Vermarktung. Käufer und Banken können den Finanzierungswert nur sauber beurteilen, wenn Flächen und Nutzung nachvollziehbar sind. Unklare Angaben führen häufig nicht zum sofortigen Abbruch, wohl aber zu Sicherheitsabschlägen, zusätzlichen Prüfungen oder Verzögerungen unmittelbar vor der Kaufvertragsvorbereitung.
Soll ich vor dem Verkauf noch renovieren oder bewusst im Bestand verkaufen?
Sinnvoll sind vor allem Maßnahmen, die offensichtliche Mängel beseitigen, Unsicherheit reduzieren oder die Präsentation deutlich verbessern. Eine defekte Kleinigkeit, ungepflegte Außenbereiche oder fehlende Wartungsnachweise können mit überschaubarem Aufwand behoben werden. Große Investitionen in Bad, Küche oder umfassende energetische Maßnahmen sind dagegen nicht automatisch wirtschaftlich.
Wir betrachten deshalb Käufergruppe, Kosten und möglichen Mehrerlös gemeinsam. Bei einem modernisierungsbedürftigen Haus kann es sinnvoller sein, den Zustand transparent darzustellen und den Preis realistisch darauf abzustimmen. Käufer behalten dann Gestaltungsspielraum, während Sie nicht das Risiko eingehen, kurz vor dem Verkauf viel Geld in Maßnahmen zu investieren, die der spätere Käufer anders ausgeführt hätte.