Immobilienpreise Wesel · stand August 2026

Immobilienpreise in Wesel 2026

Amtliche Kaufpreisdaten, zehn Haus-Richtwertzonen, drei Wohnungs-Richtwertzonen und aktuelle Angebotswerte für Eigentümer in Wesel.

Wesel gehört zu den differenziertesten Immobilienmärkten am Niederrhein. 2025 wurden 656 Kauffälle registriert. Gleichzeitig weist der Gutachterausschuss für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser zehn eigene Immobilienrichtwertzonen und für Eigentumswohnungen drei separate Richtwertzonen aus. Genau diese Tiefe ist entscheidend: Innenstadt, Feldmark, Fusternberg, Schepersfeld, Flüren, Lackhausen, Obrighoven, Bislich sowie Büderich und Ginderich lassen sich nicht seriös mit einem einzigen Weseler Quadratmeterpreis bewerten.

 

Datenbasis: Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Wesel, Berichtsjahr 2025, BORIS.NRW, Veröffentlichungen der Hansestadt Wesel sowie fünf am 19. August 2026 überprüfte Online-Preisquellen.

Gesamtmarkt 2025 656 Kauffälle 156,85 Mio. Euro Geldumsatz; rund 10,1 % mehr Kauffälle als 2024.
Gebrauchte EFH/ZFH 2025 224 Verkäufe 71,00 Mio. Euro Geldumsatz im gebrauchten Hausmarkt.
Haus-Richtwertzonen 2026 2.370–2.680 €/m² Spanne der zehn zonalen Immobilienrichtwerte des definierten Normhauses.
Wesel als Wohn- und Immobilienstandort am Niederrhein
Wesel fachlich richtig einordnen Die amtliche Datenlage erlaubt eine Bewertung bis auf Stadtbezirk und Richtwertzone – genau das sollte genutzt werden. Ein Haus in Obrighoven, eine Wohnung in der Innenstadt und ein Grundstück in Büderich gehören in unterschiedliche Vergleichsmärkte.
Je größer der lokale Markt, desto wichtiger wird die richtige Vergleichsgruppe statt eines pauschalen Stadtmittels.

 

Gesamtmarkt 2024 → 2025

Mehr Kauffälle, aber weniger Gesamtumsatz – der Objektmix hat sich verändert

2025 wurden rund 10,1 Prozent mehr Kauffälle registriert als 2024. Der Geldumsatz sank gleichzeitig von 179,18 auf 156,85 Millionen Euro. Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum mehr Marktaktivität nicht automatisch höhere Preise bedeutet.

Kauffälle insgesamt 596 → 656 Gesamtmarkt 2024 zu 2025. Veränderung: rund +10,1 %.
Geldumsatz insgesamt 179,18 → 156,85 Mio. € Trotz höherer Fallzahl niedrigerer Gesamtumsatz. Veränderung: rund -12,5 %.
Bebaute Grundstücke 321 Kauffälle 2025. 114,76 Mio. Euro Geldumsatz.
Wohnungseigentum 157 Kauffälle 2025. 24,04 Mio. Euro Geldumsatz.

Gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser 2025

224 Verkäufe – mit deutlich unterschiedlichen Teilmärkten innerhalb Wesels

Der Gutachterausschuss weist die gebrauchten EFH/ZFH nach Stadtbezirken aus. Feldmark und Obrighoven gehörten 2025 zu den aktivsten Hausmärkten; andere Bereiche waren deutlich kleiner. Diese Fallzahlen lassen sich direkt mit den zonalen Immobilienrichtwerten verknüpfen.

Stadtbezirk / IRW-Zone Gebrauchte EFH/ZFH 2025 Geldumsatz 2025 zIRW 01.01.2026
Innenstadt 14 3,28 Mio. € 2.580 €/m²
Feldmark 48 14,23 Mio. € 2.560 €/m²
Blumenkamp 18 6,49 Mio. € 2.630 €/m²
Fusternberg 13 5,15 Mio. € 2.500 €/m²
Schepersfeld 21 5,84 Mio. € 2.490 €/m²
Lippedorf 3 1,05 Mio. € kein zIRW ausgewiesen
Flüren / Diersfordt 17 4,89 Mio. € 2.550 €/m²
Lackhausen 11 3,60 Mio. € 2.650 €/m²
Obrighoven / Wittenberg 37 13,01 Mio. € 2.680 €/m²
Bislich / Bergerfurth 14 4,63 Mio. € 2.500 €/m²
Büderich / Ginderich 28 8,84 Mio. € 2.370 €/m²
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224 gebrauchte Hausverkäufe sind eine starke Datengrundlage – aber keine Preisformel.

Die zIRW beziehen sich auf ein definiertes Normobjekt. Grundstück, Gebäudeart, Baujahr, Wohnfläche, Modernisierung, Garage und Bodenwert müssen anschließend über das amtliche Modell angepasst werden.

Zehn Haus-Immobilienrichtwertzonen

2.370 bis 2.680 €/m² – schon das amtliche Modell zeigt über 300 €/m² lokale Differenz

Die zonalen Immobilienrichtwerte gelten zum 1. Januar 2026 für ein freistehendes Normhaus: Baujahr 1968, geringe Modernisierung, 91–120 m² Wohnfläche, 201–500 m² Grundstück, Garage auf dem Hausgrundstück und Bodenwert 180 €/m².

Oberes Zonenende

Obrighoven / Wittenberg: 2.680 €/m²

Lackhausen folgt mit 2.650 €/m², Blumenkamp mit 2.630 €/m². Diese Werte gelten ausschließlich für das definierte Normobjekt der jeweiligen Zone.

Unteres Zonenende

Büderich / Ginderich: 2.370 €/m²

Fusternberg, Schepersfeld, Bislich und andere Zonen liegen dazwischen. Ein niedrigerer Zonenwert bedeutet nicht, dass jede hochwertige oder stark modernisierte Immobilie dort niedriger bewertet werden muss.

Innenstadt2.580 €/m²
Feldmark2.560 €/m²
Blumenkamp2.630 €/m²
Fusternberg2.500 €/m²
Schepersfeld2.490 €/m²
Flüren / Diersfordt2.550 €/m²
Lackhausen2.650 €/m²
Bislich / Bergerfurth2.500 €/m²

Wie das Hausmodell angepasst wird

Gebäudeart, Baujahr, Modernisierung, Wohnfläche und Grundstück verändern den Richtwert systematisch

Der Gutachterausschuss veröffentlicht konkrete Umrechnungskoeffizienten. Sie dürfen nicht isoliert als beliebige Zu- und Abschlagsliste benutzt werden, zeigen aber sehr deutlich, wie stark ein Objekt vom Normhaus abweichen kann.

Gebäudeart 0,89–1,00

RMH 0,89 · REH 0,90 · DHH 0,92 · freistehend 1,00.

Ein Reihenhaus darf nicht mit dem freistehenden Normhaus gleichgesetzt werden.
Baujahr 0,90–1,15

≤1960 bis ≥2010 innerhalb des Modells.

Modernisierung wird zusätzlich separat berücksichtigt.
Wohnfläche 0,71–1,11

≤90 m² bis ≥166 m².

Größere Häuser haben nicht automatisch denselben €/m²-Wert.
Grundstück 0,95–1,07

≤200 m² bis ≥801 m².

Zusätzlich wirkt das Bodenwertniveau mit eigenem Faktor.

Neubauhäuser 2023–2025

Doppelhaushälften und Reihenendhäuser: Ø 3.428 €/m² in der Dreijahresauswertung

Für freistehende Neubau-EFH und Reihenmittelhäuser reichte die Fallzahl nicht für eine belastbare Durchschnittsauswertung. Für Doppelhaushälften und Reihenendhäuser konnten dagegen 21 Fälle aus den Berichtsjahren 2023 bis 2025 ausgewertet werden.

Ausgewertete Fälle 21

DHH / REH aus den Jahren 2023 bis 2025.

Nicht ausschließlich Verkäufe des Jahres 2025.
Ø Kaufpreis 3.428 €/m²

Mittlerer Wohnflächenpreis der ausgewerteten Neubauten.

Median: 3.546 €/m².
Ø Gesamtkaufpreis 418.823 €

Mittlerer Kaufpreis der 21 Neubau-DHH/REH.

Ø Wohnfläche: 123 m².
Ø Baulandfläche 274 m²

Mittlere Grundstücksfläche dieser Neubaugruppe.

Bestandsobjekte besitzen häufig andere Grundstücksstrukturen.

Wohnungseigentum 2025

157 Kauffälle – davon 148 Weiterverkäufe und 9 Neubau-Ersterwerbe

Der Weseler Wohnungsmarkt ist groß genug, um Bestands- und Neubausegment klar voneinander zu trennen. Der Geldumsatz stieg von 17,92 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 24,04 Millionen Euro 2025.

Weiterverkäufe

148 · 20,28 Mio. €

Der größte Teil des Wohnungsmarkts entfiel 2025 auf gebrauchte Eigentumswohnungen. Für deren Einordnung nutzt der Gutachterausschuss drei zonale Immobilienrichtwerte und ein eigenes Anpassungsmodell.

Ersterwerb Neubau

9 · 3,76 Mio. €

Die neun Neubau-Ersterwerbe werden zusätzlich mit einem tatsächlichen durchschnittlichen Quadratmeterpreis ausgewertet. Dieser Teilmarkt darf nicht mit älteren Bestandswohnungen vermischt werden.

Neu errichtete Eigentumswohnungen 2025

9 tatsächliche Erstverkäufe: durchschnittlich 4.323 €/m²

Die amtliche Neubauauswertung zeigt ein deutlich anderes Preisniveau als der gebrauchte Wohnungsbestand. Genau deshalb ist die Trennung für Eigentümer wichtig.

Ausgewertete Fälle 9

Ersterwerbe neu errichteter Eigentumswohnungen 2025.

Eigener, kleiner Neubau-Teilmarkt.
Mittlerer Kaufpreis 4.323 €/m²

Amtlicher Durchschnitt der neun Neubau-Ersterwerbe.

Tatsächliche Kauffälle, nicht Portalangebote.
Preisspanne 3.787–4.762 €/m²

Veröffentlichte Bandbreite der amtlichen Auswertung.

Median: 4.385 €/m².
Marktbedeutung Neubau ≠ Bestand

Neue Wohnungen dürfen nicht als Vergleichswert für eine ältere Eigentumswohnung übernommen werden.

Baujahr und Objektstandard wirken erheblich.

Drei Immobilienrichtwertzonen für Eigentumswohnungen

Wesel Mitte 1.440 · Nord/Ost 1.410 · Süd/West 1.300 €/m²

Diese Werte wirken auf den ersten Blick niedrig gegenüber aktuellen Portalangeboten oder dem Neubauwert. Der Grund: Sie gelten für ein klar definiertes Normobjekt und werden über ein neues 2026er Modell auf die konkrete Wohnung angepasst.

Normobjekt Eigentumswohnung

Baujahr 1970 · ≤ 80 m²

Einheiten7–30 WE
Vermietungunvermietet
Modernisierung0 Punkte
Garagenicht vorhanden

Zusätzlich gilt eine Ausstattungsklasse bis 2,4 und der Verkaufsumstand Weiterverkauf. Das erklärt, warum die Richtwerte nicht mit Neubau- oder Portalpreisen gleichgesetzt werden dürfen.

Zonale Richtwerte 01.01.2026

1.300–1.440 €/m²

Wesel Mitte1.440 €/m²
Wesel Nord/Ost1.410 €/m²
Wesel Süd/West1.300 €/m²
Datenbasis Modell946 Fälle

111 der 946 Modellfälle stammen aus dem Berichtsjahr 2025. Das Modell wurde gegenüber dem Vorjahr methodisch geändert; alte und neue ETW-Richtwerte sind deshalb nicht direkt miteinander vergleichbar.

Wie stark sich eine Wohnung vom Normobjekt entfernen kann

Baujahr, Größe, Vermietung und Modernisierung verändern den Wohnungsrichtwert erheblich

Das aktuelle 2026er Modell veröffentlicht konkrete Umrechnungskoeffizienten. Besonders das Baujahr besitzt einen starken Einfluss.

Baujahr 0,92–1,81

≤1960 bis ≥2011.

Neuere Wohnungen liegen im Modell deutlich über dem Normobjekt Baujahr 1970.
Wohnfläche 0,99–1,08

≤80 m² · 81–100 m² · ≥101 m².

Größe wirkt, aber deutlich schwächer als das Baujahr.
Vermietung 0,92 / 1,00

Vermietet gegenüber unvermietet.

Nutzungssituation wird im Modell ausdrücklich berücksichtigt.
Modernisierung 1,00–1,23

0 Punkte bis ≥9 Modernisierungspunkte.

Zusätzlich wirken Ausstattung, Garagen und Zahl der Wohneinheiten.

Aktuelle Online-Preisquellen · Q4 2025 bis August 2026

Fünf Anbieter – und erneut eine andere Preiswelt als die amtlichen Richtwerte

Onlineanbieter bilden überwiegend Angebots- beziehungsweise Modellmärkte ab. Deshalb werden ihre Werte nicht als tatsächlich gezahlte Kaufpreise bezeichnet.

Häuser in Wesel

ca. 2.562–2.880 €/m²

Die fünf überprüften Modelle liegen rund 318 Euro pro Quadratmeter auseinander.

Eigentumswohnungen in Wesel

ca. 2.022–2.314 €/m²

Bei Wohnungen beträgt die Spanne rund 292 Euro pro Quadratmeter.

Anbieter / Modell Häuser Wohnungen Datenstand
Immowelt 2.803 €/m² 2.022 €/m² 1. Juli 2026
ImmoScout24 2.880 €/m² 2.213 €/m² Abruf August 2026
Engel & Völkers 2.878 €/m² 2.314 €/m² 2. Juni 2026
Immoportal 2.562 €/m² 2.044 €/m² 1. August 2026
immoverkauf24 / Sprengnetter 2.819 €/m² 2.222 €/m² Q4 2025

Methodischer Unterschied: Die Onlinewerte sind Schätz-, Angebots- beziehungsweise Modellwerte. Der amtliche Grundstücksmarktbericht basiert auf tatsächlich beurkundeten Kaufverträgen und normierten Immobilienrichtwert-Modellen. Diese Datenwelten dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Warum 1.440, 2.314 und 4.323 €/m² gleichzeitig plausibel sein können

Drei Zahlen – drei unterschiedliche Fragen

Gerade beim Weseler Wohnungsmarkt zeigt sich besonders deutlich, wie wichtig die Methodik ist.

01

1.440 €/m²

Amtlicher zIRW für das definierte ETW-Normobjekt in Wesel Mitte: Baujahr 1970, bis 80 m², unvermietet, unmodernisiert.

02

2.314 €/m²

Aktueller Engel-&-Völkers-Angebotsmedian für Wohnungen in Wesel. Er bildet eine andere, neuere Angebotsmischung ab.

03

4.323 €/m²

Tatsächlicher amtlicher Durchschnitt der neun 2025 ausgewerteten Neubau-Ersterwerbe.

04

Der Einzelwert

Er entsteht erst aus Baujahr, Mikrolage, Gebäude, Wohnung, Gemeinschaft, Modernisierung und aktuellem Käufermarkt.

Stadtbezirke 2025

Feldmark war mit 129 Kauffällen der aktivste einzelne Weseler Stadtbezirk

Die Gesamtaktivität nach Stadtbezirk zeigt, wo besonders viele Transaktionen stattfanden. Sie bildet sämtliche dort ausgewerteten Grundstücks- und Immobilienarten ab und ist deshalb kein Preisranking.

Stadtbezirk Kauffälle 2025 Geldumsatz 2025 Einordnung
Feldmark 129 28,26 Mio. € höchste Fallzahl
Innenstadt 104 28,11 Mio. € breiter Objektmix
Obrighoven 94 25,16 Mio. € starker Familienhausmarkt
Fusternberg 66 14,70 Mio. € wohngeprägter Teilmarkt
Büderich / Ginderich 64 12,43 Mio. € eigenständiger Rhein-/Dorfmarkt
Flüren 56 12,57 Mio. € stadtnah mit stärkerem Grünbezug
Schepersfeld 52 10,78 Mio. € großer Bestandsmarkt
Blumenkamp 26 6,87 Mio. € kleinerer Teilmarkt
Lackhausen 26 6,28 Mio. € Bestand plus neuere Wohnangebote
Bislich 29 7,73 Mio. € ländlicherer Rheinmarkt

Weseler Teilmärkte

Die Preisstrategie sollte dieselbe Differenzierung nutzen wie der Gutachterausschuss

Eine Lagebeschreibung wie „Wesel“ oder selbst „Feldmark“ ist nur der erste Filter. Für die konkrete Immobilie folgen Straße, Gebäudetyp, Grundstück, Baujahr und Modernisierung.

01

Innenstadt

Wohnungen, Stadthäuser, Mehrfamilienhäuser und Mischnutzungen verlangen eine andere Preislogik als klassische Familienhauslagen.

02

Feldmark / Fusternberg / Schepersfeld

Hohe Marktaktivität bedeutet viele reale Vergleichsangebote – Käufer erkennen Abweichungen bei Preis und Modernisierung schnell.

03

Obrighoven

Mit 2.680 €/m² liegt die Haus-Richtwertzone am oberen Ende; das konkrete Haus muss dem Normobjekt trotzdem sachgerecht angenähert werden.

04

Lackhausen

Gewachsene Bestände stehen stärker im Vergleich mit neueren Wohnangeboten und energieeffizienteren Gebäuden.

05

Flüren / Diersfordt

Grundstück, Ruhe, Erreichbarkeit und individuelle Bestände gewinnen gegenüber einem reinen Stadtmittel stärker an Bedeutung.

06

Bislich / Büderich / Ginderich

Dorfstruktur, größere Grundstücke und mögliche objektbezogene Satzungs- oder Wasserfragen verändern Käuferkreis und Bewertung.

Wohnlagen im direkten Käufervergleich

 

Lackhausen, Obrighoven und Flüren funktionieren innerhalb Wesels unterschiedlich

Lackhausen verbindet gewachsene Familienhauslagen mit neueren Wohnangeboten. Obrighoven besitzt einen großen aktiven Hausmarkt und die höchste Weseler Haus-Richtwertzone. Flüren wird stärker über stadtnahes Wohnen mit mehr Grün- und Grundstücksbezug verglichen.

 

Marktdaten und Immobilienbewertung für Wesel und seine Stadtteile
In Wesel lässt sich der Markt ungewöhnlich genau auf Teilmärkte herunterbrechen – das erhöht die Qualität der Preisbegründung.

Neu-Büderich als Sonderfall

 

Historische Struktur kann bei einzelnen Immobilien konkrete Vorgaben auslösen

Für den räumlich abgegrenzten historischen Siedlungsbereich Neu-Büderich bestehen eine Gestaltungssatzung und eine Denkmalbereichssatzung. Das bedeutet nicht, dass jedes Gebäude in Büderich ein Einzeldenkmal ist.

Für konkret betroffene Grundstücke können bauliche Veränderungen, Fassaden, Dächer, Fenster oder andere Maßnahmen zusätzlichen Regelungen unterliegen. Vor einem Verkauf sollte deshalb geprüft werden, ob das Objekt im Geltungsbereich liegt und welche Vorgaben tatsächlich relevant sind.

Für Käufer ist eine solche belastbare Einordnung wertvoller als eine pauschale Aussage über „historischen Charme“.

Was den Einzelwert verändert

Warum zwei Weseler Immobilien trotz ähnlicher Wohnfläche deutlich auseinanderliegen können

Die zehn Haus-Richtwertzonen zeigen bereits den Lageeinfluss. Danach wirken die individuellen Objektmerkmale weiter.

01

Mikrolage

Hauptverkehrsstraße, ruhige Seitenlage, Neubauumfeld, Rhein- oder Dorfbezug verändern den Käufervergleich innerhalb desselben Stadtteils.

02

Gebäudeart

Freistehend, DHH, Reihenendhaus und Reihenmittelhaus werden im amtlichen Hausmodell ausdrücklich unterschiedlich behandelt.

03

Baujahr & Modernisierung

Baujahr und Modernisierung besitzen jeweils eigene Koeffizienten. Ein altes, umfassend modernisiertes Haus darf nicht nur nach seinem Baujahr gelesen werden.

04

Grundstück

Größe, Zuschnitt, Garage, Nebenflächen und Bodenwertniveau wirken zusätzlich auf die Hausbewertung.

05

Wohnung & WEG

Bei Eigentumswohnungen wirken Baujahr, Vermietung, Modernisierung, Zahl der Einheiten, Garage und Gemeinschaftsunterlagen zusammen.

06

Aktuelle Konkurrenz

In einem aktiven Markt sehen Käufer viele Alternativen. Der Angebotspreis muss deshalb auch im sichtbaren Wettbewerb plausibel bleiben.

Bedeutung für Eigentümer

 

Lohnt sich ein Immobilienverkauf in Wesel aktuell?

656 Kauffälle zeigen einen aktiven Gesamtmarkt. Besonders wertvoll ist jedoch nicht die reine Menge, sondern die ungewöhnlich differenzierte amtliche Datenlage: gebrauchte Hausverkäufe nach Stadtbezirk, zehn Haus-Richtwertzonen, drei Wohnungs-Richtwertzonen und eigene Neubauauswertungen.

Für Eigentümer bedeutet das: Eine Preisstrategie kann in Wesel deutlich genauer begründet werden als mit einem allgemeinen Portalwert. Gleichzeitig erhöht die Marktgröße den Wettbewerb, weil Käufer viele Vergleichsobjekte sehen.

Eine starke Vermarktung braucht deshalb eine realistische Bewertung, vollständige Unterlagen und eine Preisposition, die für die konkrete Mikrolage nachvollziehbar ist.

Vor dem Marktstart

Acht Fragen, die Weseler Eigentümer vor der Preisfestlegung klären sollten

Die amtliche Datentiefe erlaubt eine präzise Vorbereitung – diese Chance sollte genutzt werden.

01
Welche Haus- oder Wohnungsrichtwertzone gehört wirklich zur Immobilie?

Der Stadtteilname allein reicht nicht; die konkrete Zone und Mikrolage müssen stimmen.

02
Welche Gebäudeart liegt vor?

Freistehend, Doppelhaushälfte oder Reihenhaus werden im amtlichen Modell unterschiedlich behandelt.

03
Wie stark weicht Baujahr und Wohnfläche vom Normobjekt ab?

Beide Merkmale besitzen eigene Umrechnungskoeffizienten.

04
Welche Modernisierungen sind nachweisbar?

Dach, Fenster, Heizung, Leitungen und weitere Maßnahmen sollten mit Datum und Unterlagen belegt sein.

05
Sind Grundstück, Garage und Nebenflächen belastbar dokumentiert?

Größe, Nutzung und rechtlicher Status verändern die Bewertung.

06
Bei Wohnungen: Wie steht die Gemeinschaft wirtschaftlich da?

Hausgeld, Rücklagen, Beschlüsse, Instandhaltung und Vermietung gehören zur Preisprüfung.

07
Welche aktuellen Alternativen sieht die Zielgruppe?

Bestand, neuere Angebote und Neubau werden von Käufern gemeinsam kalkuliert.

08
Welche Preisposition ist im konkreten Teilmarkt tragfähig?

Der Angebotspreis muss Bewertung, Mikrolage, Zielgruppe und sichtbare Konkurrenz zusammenführen.

Marktpreiseinschätzung durch KEER IMMOBILIEN

So werden aus Weseler Richtwerten eine objektbezogene Bewertung und eine Preisstrategie

Die amtlichen Daten sind umfangreich. Der Mehrwert entsteht dadurch, dass sie auf die konkrete Immobilie reduziert werden.

Objekt vollständig erfassen

Wohnfläche, Grundstück, Baujahr, Unterlagen und rechtliche Besonderheiten werden aufgenommen.

Richtwertzone bestimmen

Haus- oder Wohnungszone sowie die konkrete Mikrolage werden sauber abgegrenzt.

Normobjekt anpassen

Gebäudeart, Baujahr, Modernisierung, Fläche, Grundstück und weitere Merkmale werden über das amtliche Modell eingeordnet.

Marktvergleich herstellen

Tatsächliche Kauffälle, Neubauwerte und aktuelle Angebotskonkurrenz werden methodisch getrennt geprüft.

Preisstrategie festlegen

Aus Objektwert, Zielgruppe und Wettbewerb entsteht eine nachvollziehbare Marktposition.

Jürgen Keer, Geschäftsführer von KEER IMMOBILIEN und Ansprechpartner für Wesel

Ihre Einordnung vor Ort

 

Wesel liefert genug Daten, um genauer zu arbeiten – und genau das sollte man tun.

Zehn Haus-Richtwertzonen, drei Wohnungs-Richtwertzonen und mehr als 650 Kauffälle geben uns eine ungewöhnlich gute Grundlage. Für mich ist deshalb nicht die größte Zahl entscheidend, sondern diejenige, die zum konkreten Gebäude und zur konkreten Lage tatsächlich passt.

 

Ein Haus in Obrighoven, eine Eigentumswohnung in der Innenstadt und ein größerer Bestand in Büderich brauchen unterschiedliche Vergleichswerte. Erst wenn Richtwertzone, Objektmerkmale und aktueller Käufermarkt zusammenpassen, wird die Preisposition belastbar.

 

  • amtliche Kauffälle, Richtwerte und Angebotswerte methodisch sauber getrennt
  • Richtwertzone, Mikrolage, Gebäude und Modernisierung objektbezogen eingeordnet
  • direkter Kontakt zu Jürgen Keer als verantwortlichem Ansprechpartner
 

Häufige Eigentümerfragen

Immobilienpreise in Wesel seriös eingeordnet

Die Antworten unterscheiden tatsächliche Kaufverträge, zonale Immobilienrichtwerte, Neubauauswertungen und aktuelle Online-Angebotswerte.

Wie aktiv war der Weseler Immobilienmarkt 2025?
2025 wurden 656 Kauffälle mit 156,85 Millionen Euro Geldumsatz registriert. 2024 waren es 596 Kauffälle mit 179,18 Millionen Euro. Die Fallzahl stieg damit um rund 10,1 Prozent, während der Gesamtumsatz um rund 12,5 Prozent sank. Das zeigt, dass sich der Objektmix verändert hat.
Wie viele gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser wurden 2025 verkauft?
Der Gutachterausschuss weist 224 gebrauchte EFH/ZFH mit 71,00 Millionen Euro Geldumsatz aus. 2024 waren es 206 Verkäufe mit 61,23 Millionen Euro. Die Fallzahl stieg um rund 8,7 Prozent und der Geldumsatz um rund 16 Prozent.
Warum gibt es in Wesel zehn verschiedene Haus-Immobilienrichtwerte?
Der Gutachterausschuss bildet die unterschiedlichen lokalen Teilmärkte über zehn Richtwertzonen ab. Die Werte reichen beim definierten Normhaus von 2.370 €/m² in Büderich/Ginderich bis 2.680 €/m² in Obrighoven/Wittenberg. Schon diese amtliche Spanne zeigt, dass ein einheitlicher Stadtpreis fachlich zu grob wäre.
Für welches Haus gilt ein zonaler Immobilienrichtwert?
Das Normobjekt ist freistehend, Baujahr 1968, gering modernisiert, 91 bis 120 m² groß, besitzt 201 bis 500 m² Grundstück, eine Garage auf dem Hausgrundstück und einen Bodenwert von 180 €/m². Abweichende Merkmale werden über Umrechnungskoeffizienten angepasst.
Was bedeutet der Richtwert von 2.680 €/m² in Obrighoven/Wittenberg?
Er gilt für das definierte Normhaus der Zone zum Stichtag 1. Januar 2026. Eine Doppelhaushälfte, ein deutlich größeres Haus, ein jüngeres Gebäude oder ein stark modernisierter Bestand benötigt eigene Anpassungen. Zusätzlich können objektspezifische Besonderheiten berücksichtigt werden.
Wie stark wirkt die Gebäudeart im Hausmodell?
Der Gutachterausschuss nennt für das Normmodell unter anderem 0,89 für ein Reihenmittelhaus, 0,90 für ein Reihenendhaus, 0,92 für eine Doppelhaushälfte und 1,00 für ein freistehendes Haus. Diese Koeffizienten dürfen nur innerhalb des vollständigen amtlichen Modells angewendet werden.
Wie viele Eigentumswohnungen wurden 2025 verkauft?
2025 wurden 157 Kauffälle mit 24,04 Millionen Euro Geldumsatz registriert. Davon waren 148 Weiterverkäufe mit 20,28 Millionen Euro und neun Neubau-Ersterwerbe mit 3,76 Millionen Euro Umsatz.
Wie teuer waren neue Eigentumswohnungen in Wesel 2025 tatsächlich?
Für neun Neubau-Ersterwerbe weist der Grundstücksmarktbericht einen durchschnittlichen Kaufpreis von 4.323 €/m² aus. Die Spanne reichte von 3.787 bis 4.762 €/m², der Median lag bei 4.385 €/m². Diese Werte gelten ausschließlich für den kleinen Neubau-Teilmarkt.
Warum liegen die Wohnungsrichtwerte nur zwischen 1.300 und 1.440 €/m²?
Die drei zIRW gelten für ein klar definiertes Normobjekt: Baujahr 1970, maximal 80 m², 7 bis 30 Wohneinheiten, unvermietet, unmodernisiert, Ausstattung bis 2,4 und ohne Garage. Neuere oder modernisierte Wohnungen werden im Modell deutlich nach oben angepasst. Deshalb darf der Normwert nicht mit einem aktuellen Neubau- oder Portalpreis verwechselt werden.
Welche drei Wohnungs-Richtwertzonen gibt es?
Zum 1. Januar 2026 gelten für das definierte ETW-Normobjekt 1.440 €/m² in Wesel Mitte, 1.410 €/m² in Wesel Nord/Ost und 1.300 €/m² in Wesel Süd/West.
Wie stark wirkt das Baujahr bei Eigentumswohnungen?
Im aktuellen Modell reicht der Baujahresfaktor von 0,92 für Baujahre bis 1960 bis 1,81 für Wohnungen ab 2011. Das erklärt einen großen Teil der Differenz zwischen dem Normobjekt Baujahr 1970 und neueren Wohnungsangeboten.
Welche Stadtbezirke waren 2025 besonders aktiv?
Die meisten Kauffälle registrierte die Feldmark mit 129, gefolgt von Innenstadt mit 104 und Obrighoven mit 94. Danach folgen Fusternberg mit 66, Büderich/Ginderich mit 64, Flüren mit 56 und Schepersfeld mit 52. Diese Zahlen beschreiben Marktaktivität und kein Preisranking.
Wie hoch sind aktuelle Onlinewerte für Häuser in Wesel?
Die fünf überprüften Anbieter liegen ungefähr zwischen 2.562 und 2.880 €/m². Immowelt nennt 2.803 €/m², ImmoScout24 2.880 €/m², Engel & Völkers 2.878 €/m², Immoportal 2.562 €/m² und immoverkauf24/Sprengnetter rund 2.819 €/m².
Wie hoch sind aktuelle Onlinewerte für Wohnungen in Wesel?
Die fünf überprüften Anbieter liegen ungefähr zwischen 2.022 und 2.314 €/m². Immowelt nennt 2.022 €/m², ImmoScout24 2.213 €/m², Engel & Völkers 2.314 €/m², Immoportal 2.044 €/m² und immoverkauf24/Sprengnetter rund 2.222 €/m².
Warum unterscheiden sich Portalwerte und amtliche Richtwerte so stark?
Portale bilden aktuelle Angebotsbestände beziehungsweise statistische Modelle ab. Die zonalen Immobilienrichtwerte werden dagegen aus tatsächlichen Kaufpreisen auf ein definiertes Normobjekt normiert. Beide Datenwelten beantworten unterschiedliche Fragen und dürfen nicht direkt gleichgesetzt werden.
Welche Bedeutung hat Neu-Büderich für die Bewertung?
Im historischen Siedlungsbereich Neu-Büderich bestehen eine Gestaltungssatzung und eine Denkmalbereichssatzung. Das bedeutet nicht, dass jedes Gebäude ein Einzeldenkmal ist. Bei konkret betroffenen Grundstücken sollten jedoch Geltungsbereich und relevante Vorgaben vor dem Verkauf geprüft werden.
Ist 2026 ein guter Zeitpunkt für einen Immobilienverkauf in Wesel?
Die hohe Zahl von 656 Kauffällen zeigt einen aktiven Markt. Gleichzeitig ist Wesel stark differenziert und Käufer verfügen über viele Vergleichsangebote. Ob 2026 für die konkrete Immobilie der richtige Zeitpunkt ist, hängt deshalb von persönlicher Situation, Richtwertzone, Objektzustand, aktueller Konkurrenz und realistischer Preispositionierung ab.

Hinweis zur Aussagekraft: Sämtliche Preisangaben dienen der allgemeinen Orientierung. Amtliche Kauffälle beruhen auf der Kaufpreissammlung; zonale Immobilienrichtwerte gelten nur innerhalb des Modells des Gutachterausschusses; Online-Werte bilden Angebots-, Schätz- oder Modellmärkte ab. Die Inhalte stellen weder ein Verkehrswertgutachten im Sinne des § 194 BauGB noch eine verbindliche Kaufpreisprognose dar.

Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der dargestellten Angaben wird keine Gewähr übernommen. Eine Haftung für Schäden aus der Verwendung dieser Angaben ist, soweit gesetzlich zulässig, ausgeschlossen. Zwingende gesetzliche Haftungstatbestände bleiben unberührt.